Wer war San Gennaro?

Der Überlieferung nach war San Gennaro (der heilige Januarius) zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. Bischof von Benevent, in einer Zeit, die von der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian geprägt war.

Sein Glaubenszeugnis führte ihn 305 n. Chr. in der Nähe der Solfatara von Pozzuoli ins Martyrium. Die Überlieferung berichtet, dass er nach mehreren gescheiterten Hinrichtungsversuchen enthauptet wurde.

Schon bald wurde er tief verehrt und schließlich als wichtigster Schutzpatron der Stadt Neapel anerkannt.

Das Blutwunder

Weltberühmt wurde San Gennaro durch das sogenannte Wunder der Blutverflüssigung.

Im Dom von Neapel werden zwei alte Ampullen mit dem Blut des Heiligen aufbewahrt, das der Überlieferung nach nach seinem Martyrium aufgefangen wurde.

An bestimmten Festtagen im Jahr wird das sonst geronnene Blut vor den Augen der Gläubigen wieder flüssig. Dieses Ereignis gilt als gutes Omen und ist einer der innigsten Momente der neapolitanischen Frömmigkeit.

Wann verflüssigt sich das Blut?

Die Tradition kennt drei Haupttermine im Jahr:

  • Der Samstag vor dem ersten Sonntag im Mai, zur Erinnerung an die Überführung der Reliquien.
  • Der 19. September, der dem Martyrium von San Gennaro gewidmete Tag und das Hauptfest des Schutzpatrons.
  • Der 16. Dezember, Jahrestag des sogenannten „Patroziniums“ des Heiligen, verbunden mit dem Schutz der Stadt bei einem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 1631.

An diesen Tagen versammeln sich Tausende Gläubige im Dom von Neapel, um den Ritus der Blutverflüssigung mitzuerleben.

Ein Symbol für die Stadt Neapel

Für die Neapolitaner ist San Gennaro viel mehr als eine religiöse Figur.

Im Lauf der Jahrhunderte wurde sein Name mit den wichtigsten Momenten der Stadtgeschichte verbunden: Epidemien, Kriege, Vulkanausbrüche und gemeinsame Notzeiten haben die Bindung zwischen dem Heiligen und dem neapolitanischen Volk gestärkt.

Sein Bild findet sich in Kirchen, an Straßenaltaren, in Kunstwerken, in Krippen und in den Handwerksbetrieben von San Gregorio Armeno, der Neapler Gasse der Krippenbauer, und macht ihn zu einem der prägendsten Symbole der neapolitanischen Kultur.

San Gennaro in der neapolitanischen Kunst

Die Figur von San Gennaro hat über Jahrhunderte Maler, Bildhauer und Kunsthandwerker inspiriert.

Er wird oft mit seinen typischen Attributen dargestellt: der Mitra, dem Bischofsstab und den Ampullen mit dem Blut.

Jede Darstellung erzählt nicht nur vom Heiligen, sondern auch von der tiefen Verbindung zwischen Kunst, Glaube und Tradition, die Neapel auszeichnet.

Bis heute ist San Gennaro in den Werkstätten von San Gregorio Armeno eine der gefragtesten und beliebtesten Figuren, ein Symbol für Schutz, Hoffnung und Zugehörigkeit.

San Gennaro und die Tradition von Bottega Capuano

Seit 1840 fertigt Bottega Capuano Werke, die von den authentischsten Symbolen der neapolitanischen Tradition inspiriert sind. Unter ihnen nimmt San Gennaro einen besonderen Platz ein: Jede Figur entsteht aus handwerklich bearbeiteter Terrakotta, mit dem Ziel, eine der tiefsten Verehrungen der neapolitanischen Kultur zu bewahren und zu würdigen.

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